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Schulsozialarbeit vom Kindergarten bis zur Sekundarschule

 

Soziale Arbeit in der Schule oder Schulsozialarbeit [SSA] ist heute ein weit verbreitetes Angebot im Schulkontext. Schweizweit gehört das Angebot der SSA in vielen Schulen zum Schulalltag, so auch in der Gemeinde Dürnten. Die Fachstelle SSA ist nach über 10 Jahren Tätigkeit mittlerweile etabliert. Dennoch gibt es zum (inhaltlichen) Angebot der SSA immer wieder Fragen und Unklarheiten, welche wir an dieser Stelle gerne beantworten:

 

• Was sind die Aufgaben und die Ziele der SSA Dürnten?
• Wie werden diese Aufgaben (methodisch) gelöst?
• Wer erteilt der SSA einen Auftrag?
• Wie oft und wann kommt mein Kind zur SSA?
• Werden wir als Eltern informiert, wenn unser Kind zur SSA kommt?

 

Aufgaben und die Ziele der SSA Dürnten


Alle Schüler/innen fühlen sich in ihrem Schulhaus wohl, damit sie ihr schulisch-soziales Potenzial ausschöpfen und sich optimal weiterentwickeln können. Dieser einfache Grundsatz ist wichtig für die Aufgaben und Ziele der SSA. Fühlt sich ein/e Schüler/in oder eine Klasse aufgrund von persönlichen und/oder sozialen Problemen nicht wohl, kann dies negative Auswirkungen sowohl auf das Klassenklima als auch auf das Arbeits-, Lern- und Sozialverhalten des Einzelnen haben. So steht im Zentrum unserer Arbeit die Stärkung der Selbst- und Sozialkompetenzen, welche sich in der emotionalen und sozialen Intelligenz zeigen. Diese Stärkung soll unter anderem zu einem besseren Selbstwert und einer kompetenten Konfliktfähigkeit beitragen. Die SSA unterstützt die betroffenen Kinder und Jugendlichen darin, Lösungen für ihre vielfältigen Probleme zu finden. Dabei kann es sich um einen Streit mit einem „Gspändli“ handeln, aber auch um komplexere Problemstellungen inner- und ausserhalb der Schule. Die SSA ist grundsätzlich in folgenden Arbeitsgebieten tätig:


• Beratung: Schüler/innen, Eltern, Lehrpersonen und Schulleitung werden in Bezug auf ein (schulisches-soziales-persönliches)   Problem von der SSA zur Problembewältigung beraten und unterstützt. Die Beratungen finden im Einzelsetting, in der Gruppe oder mit der ganzen Familie statt. Diese gehen im Schnitt fünf bis sechs mal zur SSA und verfolgen ein klares Ziel, welches zuvor mit den Schüler/innen definiert wird. Beratungen können freiwillig sein, aber auch im Auftrag der Lehrpersonen, der Eltern oder Schulleitung erfolgen. Die Beratungstätigkeit ist eine der Hauptaufgabe der SSA in Dürnten.


• Prävention und Bildungsarbeit: Information und Reflektion eines Themas (z.B. Mobbing) im Klassenverband. Ein bestimmtes Problemverhalten wie z.B. Gewalt, soll dadurch vermieden werden. Durch die Vermittlung von Wissen sollen die Schüler/innen beim Auftreten des Problems handlungsfähig bleiben. Im Weiteren werden dadurch erste Probleme sichtbar und es kann eine Frühintervention erfolgen. Die SSA Dürnten engagiert sich seit Jahren in der Mobbing- Gewalt- und Sexualprävention und führt auf Anfrage auch Sexualkundeunterricht in der Mittelstufe durch. Im Lift-Projekt ist die SSA auch in der Bildungs- und Konzeptarbeit aktiv (siehe unter Sekundarschule/Portrait/Lift).


• Projektarbeit: Die Schüler/innen und die Schule können Projekt-Ideen an die Schulsozialarbeit herantragen. Die SSA prüft ihre (zeitlichen) Ressourcen und arbeitet mit der Projektgruppe zuerst einen groben Ablaufplan aus. Ein Projekt im schulsozial-arbeiterischen Kontext ist immer partizipativ angelegt. Das bedeutet, dass die Schüler/innen eingeladen sind das Projekt vom Anfang bis zum Ende (mit-) zu entwickeln, durchzuführen und am Schluss auszuwerten. Die Rolle der SSA in einem Partizipati-onsprojekt ist grundsätzlich unterstützend und begleitend. Sie kann, je nach Möglichkeiten der Schüler/innen, auch sehr direktiv tätig sein und vorübergehend eine Expertinnenfunktion übernehmen (z.B. Gespräche mit der Gemeinde, Finanzierung etc.). Die Partizipation, also die Teilhabe und Teilnahme, erfolgt immer innerhalb des schulischen Rahmens.


• Sachhilfe / Triage: Die SSA Unterstützung die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche und begleitet sie auf Wunsch durch die Zeit der Berufsfindung. Neben der Schule und dem BIZ als wichtige Begleiter/innen in der Berufswahl ist der Fokus der SSA insbe-sondere bei jenen Jugendlichen, welche besondere Mühe mit der Berufswahl bekunden. Mit Rollenspielen, Unterstützung bei Telefonaten und/oder Bewerbungsschreiben werden die jungen Erwachsenen begleitet. Die SSA ist breit vernetzt und arbeitet eng mit anderen Fachstellen zusammen. Im Weiteren findet bei spezifischen Problemen eine Vermittlung an spezialisierte Fachstellen statt (z.B. Kinder- und Jugendhilfezentrum [KJZ], Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst [KJPD] usw.).

 

Wie werden diese Aufgaben gelöst?


Auf der Primarstufe und im Kindergarten liegt der Fokus unsere Arbeit darin, wiederkehrende Konfliktmuster aufzugreifen und zu bearbeiten. Da dies die Lehrperson und die betroffene Klasse sehr viel Energie kostet und einige Unruhe bringt, ist die SSA nicht nur mit dem/der betroffenen Schüler/in, sondern meist mit einer grösseren Gruppe oder der ganzen Klasse am Arbeiten. Der Einbezug von mehreren Kindern in einer Klasse trägt zur Lösungsfindung bei. Sie lernen Ressourcen positiv zu nutzen und steigern so ihre soziale Kompetenz und ihr Selbstwertgefühl. Der Solidaritätsgedanke wird unter der Gruppe gefördert, was diese zusammenschweisst und Störungen innerhalb der Klasse reduziert. Ein soziales Problem lässt sich ohne die Mitwirkung und Unterstützung von Dritten, also der Klasse, der Lehrperson und der Eltern nicht beseitigen. Zudem trägt die Klasse meist eine Mitverantwortung (z.B. bei Mobbing) und soll deshalb in die Problemlösung miteinbezogen werden. Grundsätzlich ändert sich die Arbeitsweise in der Sekundarstufe nicht, jedoch wird das methodische Vorgehen dem Alter angepasst. Im Hinblick auf die Lehrstellensuche und das Leben als junge Erwachsene geht es in der Sekundarschule bei den Jugendlichen oft um die Stärkung der Identität, das Verhalten in der Peer-Gruppe, die Ablösung von den Eltern oder um das „sich zurecht finden“ in der komplexen Lebenswelt.

 

Die SSA verfügt über sehr viel Fachwissen und über viele verschiedene methodische Zugänge, um diese wichtigen Entwicklungsaufgaben zu reflektieren und gute Lösungen zu finden. In diesem Sinne trägt unsere Arbeit, als wichtiger Nebeneffekt, zu einem besseren Arbeits- und Lernklima in der Schule bei.

 

Wer erteilt der SSA einen Auftrag?


• Schüler/innen: Sie kommen freiwillig zur SSA und schildern ihr Problem. Meist ergeben sich mehrere Beratungen.


• Eltern: Anruf und/oder persönliche Beratungen bei Erziehungs- und Familienproblemen, Probleme in der Klasse, mit der

 Peer-Gruppe oder mit der Schule.


• Lehrpersonen und Schulleitung: Probleme zeigen sich oft im Arbeits- und Sozialverhalten. Mit einem klaren Auftrag an die SSA soll eine Verbesserung diesbezüglich erreicht werden.

 

In jedem Fall nimmt die SSA eine genaue Auftragsklärung vor und bespricht die Zielsetzungen und die Erwartungen mit allen Beteiligten. Die SSA unterstützt die Betroffenen im Prozess zur Zielerreichung, ist jedoch in keiner Kontrollfunktion tätig.

 

Wie oft und wann kommt mein Kind zur SSA?


Meist nehmen Schüler/innen unser Angebot während der Unterrichtszeit wahr. Dabei wird darauf geachtet, dass die SSA-Termine nicht auf Schulstunden gelegt werden, die auf Grund der individuellen Bedürfnisse eines Kindes, von grosser Relevanz wären. Wie bereits erwähnt, findet die SSA Beratung im Rahmen von 5-6 Gesprächen statt. Je nach Komplexität der Problematik kann es aber auch mehr als sechs Beratungen geben. Diese längerfristigen Beratungen finden immer in Absprache mit den Erziehungs-berechtigten und/oder der Schule statt. Wir ermutigen die Kinder, sie als Eltern/Erziehungsberechtigte vom SSA Besuch zu erzählen. Ausserschulische Termine werden in der Regel für Kinder, Jugendliche oder Eltern reserviert, die sich mit einem höchst persönlichen Thema direkt an die SSA wenden. Je nach Problematik führen wir Familiengespräche durch und sind auf Wunsch der Schüler/innen, Eltern oder Schule bei Standort- und Elterngesprächen dabei.

 

Werden die Eltern informiert, wenn ihr Kind zur SSA kommt?


Die SSA gehört mittlerweile zur festen „Bezugs-Fachstelle“ innerhalb der Schule.
SSA-Beratungen und Termine finden meistens in Absprache mit der Lehrperson und/oder der Schulleitung statt. Bei komplexen sozialen und/oder persönlichen Problemen eines Kindes informiert die Schule (Lehrperson, Schulleitung) und/oder die SSA die Erziehungsberechtigten. Dies mit dem Ziel, sie in die Problemlösung miteinzubeziehen. Für die Entwicklung des Kindes zu einer selbstbestimmten Persönlichkeit ist es wichtig, dass ein Kind “Orte des Vertrauens“ aufsuchen kann, an dem “seine Geheimnisse“ ernst genommen und respektiert werden. Die SSA ist eine solche Vertrauensstelle und untersteht der Schweigepflicht.

Weitere Informationen und Kontaktangaben zum Team der Schulsozialarbeit finden sie unter der Rubrik Schulsozialarbeit / Personen.